Ökosystemleistung des Waldes stärker berücksichtigen

CDU diskutierte mit Experten über den Wald von morgen

26.11.2020, 12:21 Uhr | Bianca Winkelmann

Die CDU Deutschlands hat sich in einer Aktionswoche über mehrere Tage lang dem Thema Wald gewidmet und damit auch die CDU Minden-Lübbecke zu einem Expertengespräch animiert. Auf Einladung der Vorsitzenden des CDU-Kreisagrarausschusses, Bianca Winkelmann MdL, und des CDU-Kreisverbandes, Dr. Oliver Vogt, diskutierten Förster und Waldbauern nun in online Wege, um den Wald fit für die Zukunft zu machen.

„Nur noch einer von fünf Bäumen ist laut Waldzustandsbericht intakt“, erinnerte Oliver Vogt in seiner Begrüßung und bezeichnete den Wald als echten Alleskönner. „Neben seiner Funktion als Naherholungsgebiet, Lebensraum für Tiere und seiner Rolle als CO2-Speicher ist der Wald mit 250.000 Beschäftigten in der Wald- und Forstwirtschaft allein in NRW auch wirtschaftlich von entscheidender Bedeutung.“

Viele der Teilnehmer lobten die vielfältigen Hilfen von Land und Bund. So stellt NRW beispielsweise allein in diesem Jahr 57 Millionen Euro für die Forst- und Holzwirtschaft zur Verfügung. „Es ist eine ganze Menge passiert und es gibt tolle Projekte“, lobte der Leiter des Regionalforstamtes OWL, Holger-Karsten Raguse. „Wichtig ist aber auch eine langfristige Strategie. Wenn wir stabile Wälder haben wollen, braucht es auch stabile Rahmenbedingungen“, sagte er und rannte damit offene Türen bei der Landtagsabgeordneten Bianca Winkelmann ein.

„Die NRW-Koalition stellt in den nächsten zehn Jahren insgesamt 100 Millionen zur Wiederaufforstung zur Verfügung. Das ist der richtige Ansatz“, sagte die Umweltpolitikerin. Wie viele der zugeschalteten Gesprächsteilnehmer setzt sie aber genauso darauf, dass die Ökosystemleistung des Waldes in Zukunft stärker berücksichtigt werden müsse. „Der Wald ist unser wichtigster Partner im Kampf gegen den Klimawandel. Insofern müssen diejenigen, die den Wald pflegen, aufforsten, und damit CO2 reduzieren, auch davon profitieren, wenn es beispielsweise einen CO2-Preis gibt“, so Winkelmann.

Auch im Corona-Konjunktur-Paket der Bundesregierung stecken insgesamt 700 Millionen Euro für den Wald. Ein Teil davon wird nun als neue Waldprämie für jeden nachhaltig bewirtschafteten Hektar Wald ausgezahlt. Diese kann über die Homepage www.bundeswaldpraemie.de beantragt werde. Die Waldbauern aus dem Mühlenkreis wie Friedhelm Kohlwes aus Stemwede-Westrup erinnerten hier an die kleinen Strukturen in Minden-Lübbecke und hoffen, dass auch sie von den Mitteln profitieren können.