Afrikanische Schweinepest – was jetzt zu tun ist

Bianca Winkelmann sieht NRW gut auf Seuche vorbereitet

02.10.2020 | Bianca Winkelmann

Mitte September 2020 ist die Afrikanische Schweinepest (ASP) erstmals in Deutschland bei einem Wildschwein in Brandenburg amtlich festgestellt worden. Damit hat die Bundesrepublik ihren Status „frei von Afrikanischer Schweinepest“ verloren. Die Seuche ist für Menschen zwar ungefährlich, hat aber gravierende Folgen für Wildschweinbestände und Landwirtschaft.

Was jetzt zu tun ist, erklärt die agrarpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, Bianca Winkelmann:

„Wir beobachten die Lage in Brandenburg mit großer Sorge: Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat Ende September zwei neue Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) bestätigt, womit sich die Gesamtzahl der ASP-Fälle auf 38 erhöht. Glücklicherweise sind die Hausschweinebestände nach wie vor frei von ASP. Das Bundeslandwirtschaftsministerium versucht derzeit darauf hinzuwirken, dass durch eine Regionalisierung Deutschlands die seit dem Ausbruch geschlossenen Exportmärkte wieder geöffnet werden. Dies wäre existenziell für die Erzeugerbetriebe in Nordrhein-Westfalen.

Schweinehaltende Betriebe können sich durch Biosicherheitsmaßnahmen, wozu u. A. Hygieneschleusen, das Tragen spezieller Stallkleidung, das Wechseln des Schuhwerks oder das Einzäunen sensibler Bereiche zählen, vor der Einschleppung der ASP schützen. Wir bitten dringend darum, diese betriebseigenen Maßnahmen noch einmal gewissenhaft auf den Prüfstand zu stellen, denn die Betriebe können sich jetzt schon auf den Fall des Ausbruchs der ASP vorbereiten. Es wäre beispielsweise zu prüfen, wie mögliche Einbußen, die nicht von der Tierseuchenkasse entschädigt werden, zu versichern sind. Dazu zählen Ertragsausfallversicherungen in Bezug auf Betriebssperren, Vermarktungsverboten, Tierarztkosten oder zum Wiederaufbau des Tierbestandes. Gerne prüfen wir zusammen mit dem Ministerium, ob wir über eine finanzielle Unterstützung nachdenken müssen, zum Beispiel bei der Übernahme der Bluttests, um Hausschweinbestände auf ihre ASP-Freiheit zu testen.

Wir appellieren dringend an alle Jagdausübenden, von Jagdreisen in die ASP-Risikogebiete abzusehen, um eine Verschleppung der sehr widerstandsfähigen Viren über kontaminierte Oberflächen zu vermeiden.

Nordrhein-Westfalen ist dank der vorrausschauenden Arbeit des NRW-Umweltministeriums sehr gut auf mögliche Ausbrüche vorbereitet: Die Sachverständigengruppe Afrikanische Schweinepest trifft sich regelmäßig und bearbeitet wichtige Thematiken wie z. B. jagdliche oder andere behördliche Maßnahmen in Restriktionszonen. Die Wildtierseuchen-vorsorgegesellschaft ist damit beauftragt, im Falle des Ausbruchs sämtliche Maßnahmen im Kerngebiet durchzuführen und hält auf Kosten des Landes Material und Personal bereit, um im Seuchenfall unmittelbar reagieren zu können.“